„Die großen Geschichten – Lebenslinien Ost„
Über OderBuch: Seit 2022 lädt der Klub der Kolonisten Neulietzegöricke e.V. zu moderierten Lesungen mit anschliessenden Publikumsgesprächen in die Dorfkirche Neulietzegöricke ins Oderbruch ein. Die Reihe hat sich in den vergangenen Jahren etabliert und ist inzwischen zu einem festen Bestandteil des regionalen Kulturangebots geworden. Die Reihe steht in jedem Jahr unter einem anderen thematischen Schwerpunkt, nach dem Gäste ausgewählt werden.
In diesem Jahr trägt die Reihe OderBuch den Titel „Die großen Geschichten – Lebenslinien Ost“. Im Mittelpunkt stehen keine historischen Großereignisse, sondern literarische Erzählungen persönlicher Lebensgeschichten, die sich vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in der DDR und in Ostdeutschland entfalten. Welche Erfahrungen prägen Biografien im Osten Deutschlands? Wie wirken Umbrüche in individuelle Lebenswege hinein? Welche Geschichten entstehen, wenn Erinnerung, Herkunft und gesellschaftliche Umstände ineinandergreifen?
Die Romane von Karsten Krampitz, Peggy Mädler, Lukas Rietzschel und Regina Scheer und auch Annett Gröschner zeigen auf unterschiedliche Weise, wie eng individuelle Biografien mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verwoben sind – und wie daraus vielschichtige, große Erzählungen entstehen.
Mehr Informationen zum Programm gibt es HIER
Die für den 16. August angekündigte Lesung mit Regina Scheer muß leider krankheitsbedingt abgesagt werden. Dafür dürfen wir uns jetzt auf Annett Gröschner freuen, die aus Ihrem aktuellen Roman „Schwebende Lasten“ liest, der ebenfalls bestens zum diesjährigen Thema unserer Lesereihe passt:
Sonntag, 16. August, 15:00 – 16:30 Uhr
Lesung und Gespräch mit ANNETT GRÖSCHNER
»SCHWERE LASTEN«
Moderation: Liane von Billerbeck
ORT: Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin, OT Neulietzegöricke
Für die Veranstaltung gibt es ab 15:00 einen AUDIO–LIVESTREAM auf www.radioindustry.de
Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.


Schwebende Lasten
Roman, März 2025, C.H.Beck Verlag
Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2025 – Shortlist Evangelischer Buchpreis 2026 – Preis der LiteratTour Nord 2026
Nicht weniger als ein ganzes Leben erzählt Annett Gröschner mit der Geschichte der Blumenbinderin und Kranfahrerin Hanna Krause – mit einer Wucht und Poesie, wie sie nur dort entstehen können, wo die Literatur wirklichkeitssatt ist.
Hanna Krause war Blumenbinderin, bevor das Leben sie zur Kranführerin machte. Sie hat zwei Revolutionen, zwei Diktaturen, einen Aufstand, zwei Weltkriege und zwei Niederlagen, zwei Demokratien, den Kaiser und andere Führer, gute und schlechte Zeiten erlebt, hat sechs Kinder geboren und zwei davon nicht begraben können, was ihr naheging bis zum Lebensende. Hatte später, nachdem ihr Blumenladen längst Geschichte war, von einem Kran in der Halle eines Schwermaschinenbaubetriebes in Magdeburg einen guten Überblick auf die Beziehungen der Menschen zehn Meter unter ihr und starb rechtzeitig, bevor sie die Welt nicht mehr verstand. Hanna Krause blieb bis zu ihrem Tod eine, die das Leben nimmt, wie es kommt. Ihr einziges Credo: anständig bleiben. Annett Gröschners Roman erzählt die Geschichte eines Jahrhunderts in einem einzigen Leben und gibt, mit Hanna, denen ein Gesicht, die zu oft unsichtbar bleiben. Ein Roman über das Ende des Industriezeitalters und seiner Heldinnen im Osten Deutschlands – und über eine gewöhnliche Frau in diesem unfassbaren 20. Jahrhundert.
Annett Gröschner, geboren 1964 in Magdeburg, lebt seit 1983 als Schriftstellerin in Berlin. Bekannt wurde sie vor allem mit ihren Romanen „Moskauer Eis“ (2000) und „Walpurgistag“ (2011). Zuletzt erschien bei Hanser ihr gemeinsam mit Peggy Mädler und Wenke Seemann verfasster Bestseller „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“ (2024). Annett Gröschner wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Großen Kunstpreis Berlin (Fontanepreis), dem Klopstock-Preis und dem Mainzer Stadtschreiber Literaturpreis von ZDF, 3sat und der Landeshauptstadt Mainz. Für ihren Roman „Schwebende Lasten“ erhielt sie den Evangelischen Buchpreis und den Preis der LiteratTour Nord und war für den Deutschen Buchpreis nominiert.
Mehr Informationen zum Programm gibt es HIER
Auch die für den 26. Juli geplante Lesung mit Lukas Rietzschel musste leider verschoben werden. Sobald ein neuer Termin feststeht, veröffentlichen wir ihn hier. Wenn Sie sich für unseren Newsletter anmelden, erhalten sie rechtzeitig eine Nachricht.
Veranstaltungsort jeweils : Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin, OT Neulietzegöricke
Für jede Veranstaltung gibt es jeweils ab 15:00 einen AUDIO–LIVESTREAM auf www.radioindustry.de
Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.


Die Lesereihe OderBuch ist eine Initiative des
Klubs der Kolonisten Neulietzegöricke e.V.
Idee und Konzept: Anke Becker
Gefördert mit:

Mit freundlicher Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde Neulietzegöricke und in Kooperation mit Trasmitter Studio.

