Vergangenes

Lesereihe OderBuch 2025
»Heimatgeschichten – Von Herkunft und Zuhause«

Was bedeutet Heimat? Ist es der Ort, an dem wir geboren sind? Oder ist es der Ort, an dem wir aufgewachsen sind? Ist Heimat dort, wo wir Freunde oder Familie haben? Ist Heimat überhaupt ein Ort? Was braucht es, um eine neue Heimat, ein Zuhause zu finden? Kann Sprache Heimat sein? Mit Lin Hierse, Dimitrij Kapitelman und Deniz Utlu waren eine Autorin und zwei Autoren zu Gast sein, die sich jeweils auf sehr unterschiedliche Art mit dem Thema der eigenen familiären Herkunft beschäftigen. Erzählt wurden Familiengeschichten, die von mehreren „Heimaten“ und geprägt sind, und sich zwischen unterschiedlichen Kulturen und Sprachen hin und her bewegen. Es ging aber auch – ganz allgemeingültig – um die vielschichtigen Beziehungen zwischen Töchtern, Söhnen, Eltern und Großeltern.

Veranstaltungstungsort: Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin, OT Neulietzegöricke
Der Eintritt für alle Lesungen ist frei / Spenden sind wilkommen.

Sonntag, 4. Mai, 15:00 – 16:30 Uhr
Lesung und Gespräch mit LIN HIERSE
»Wovon wir träumen«
Moderation: Andrea Gerk

Wovon wir träumen
(Roman, Piper Verlag 2023)

Nur eins kann ich mir nicht aussuchen: Tochter sein.
Eine junge Frau steht auf einem Berg in Shaoxing. Sie ist gekommen, um ihre Großmutter zu beerdigen. Die Frage, wo sie selbst hingehört, schiebt sie beiseite. Vielleicht ist sie überall ein bisschen zu Hause oder nirgendwo ganz. Ihre Mutter hat China vor Jahren verlassen, weil sie in Deutschland ein anderes Leben wollte. Die Träume der jungen Frau ähneln denen ihrer Mutter. Und doch träumt sie anders, weil die Orte verschwimmen und sie die Geister der Familie nicht loswird.
Subtil, mutig und mit feinem Gefühl für die Sprache erzählt Lin Hierse in „Wovon wir träumen“ von einer Beziehung zwischen Mutter und Tochter und den Fragen nach Identität, Nähe und Abgrenzung. Auf den Spuren der deutsch-chinesischen Geschichte findet sie eine Form, Migration nicht als Trauma zu begreifen, sondern als Traum. 

Extrem berührend und unaufdringlich nah: ein Roman wie eine innige Umarmung.“ Fatma Aydemir

LIN HIERSE geboren 1990 in Braunschweig, hat Asienwissenschaften und Humangeographie studiert. Sie ist Schriftstellerin und Journalistin. Ihre Texte und Kolumnen erscheinen unter anderem in der taz, bei Zeit Online und in Literaturzeitschriften. Nach ihrem hochgelobten Debüt „Wovon wir träumen“ (Piper 2022) ist „Das Verschwinden der Welt“ (2024) ihr zweiter Roman. Lin Hierse lebt und arbeitet in Berlin.

ANDREA GERK, arbeitet als Autorin und Moderatorin bei öffentlich-rechtlichen Radiosendern. Sie hat die Bücher Lesen als Medizin (2015) und Lob der schlechten Laune (2017) geschrieben und  gemeinsam mit der Illustratorin Moni Port Fünfzig Dinge, die erst ab fünfzig richtig Spaß machen (2019), Ich bin da mal raus (2021)  und „Pause. Das kurze Glück dazwischen“ veröffentlicht. Mit ihrer Familie lebt sie in Berlin


Sonntag, 15. Juni, 15:00 – 16:30 Uhr
Lesung und Gespräch mit DIMITRIJ KAPITELMAN
»Russische Spezialitäten«
Moderation: Liane von Billerbeck

Russische Spezialitäten
(Roman, Hanser Verlag, 2025)

Bittersüß und zutiefst politisch schreibt Dmitrij Kapitelman in seinem neuen Roman über Familie und die (Un-)Möglichkeit der Verständigung in Zeiten alter und neuer Kriege.
Eine Familie aus Kyjiw verkauft russische Spezialitäten in Leipzig. Wodka, Pelmeni, SIM-Karten, Matrosenshirts – und ein irgendwie osteuropäisches Zusammengehörigkeitsgefühl. Wobei, Letzteres ist seit dem russischen Überfall auf die Ukraine nicht mehr zu haben. Die Mutter steht an der Seite Putins. Und ihr Sohn, der keine Sprache mehr als die russische liebt, keinen Menschen mehr als seine Mutter, aber auch keine Stadt mehr als Kyjiw, verzweifelt. Klug ist es nicht von ihm, mitten im Krieg in die Ukraine zurückzufahren. Aber was soll er tun, wenn es nun einmal keinen anderen Weg gibt, um Mama vom Faschismus und den irren russischen Fernsehlügen zurückzuholen? Ein Buch, wie nur Dmitrij Kapitelman es schreiben kann: tragisch, zärtlich und komisch zugleich.

»Den Mutter-Sohn-Konflikt erzählt Kapitelman auf tiefgründige, zärtliche Weise und immer mit einem großartigen Gespür für Situationskomik, obwohl die Lage todernst ist. … ›Russische Spezialitäten‹ ist ganz große Literatur.« Björn Hayer, Der Freitag, 20.02.25

»Es ist ein sanftes Buch, sehr humorvoll, sehr liebenswert, obwohl es doch ein düsteres Thema hat, aber Kapitelman zaubert aus diesem düsteren Thema ein leichtes, sehr schönes und gleichzeitig auch sehr bewegendes Buch.« Irene Binal, Ö1 ex libris, 16.02.25

»In seinem neuen, wunderbaren Roman … ist der Lebensmittelladen Magasin seiner Eltern in Leipzig das Zentrum der Geschichte, es geht um komplexe persönliche Beziehungen, um Geschichte, Corona, Putin, ums Überleben.« Erik Heier, tip Berlin, Februar 2025

DIMITRIJ KAPITELMAN, 1986 in Kyjiw geboren, kam im Alter von acht Jahren als »Kontingentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Leipzig und absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. Heute arbeitet er als freier Journalist. 2016 erschien sein erstes, erfolgreiches Buch „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters“, für das er den Klaus-Michael Kühne-Preis gewann. 2021 folgte „Eine Formalie in Kiew“, für das er mit dem Buchpreis Familienroman der Stiftung Ravensburger Verlag ausgezeichnet wurde.

LIANE VON BILLERBECK ist Journalistin, Autorin, Hörfunk- und Fernsehmoderatorin. Sie studierte Journalistik in Leipzig. Beim ORB moderierte sie das Politmagazin »Klartext« und war Kommentatorin für die ARD-»Tagesthemen«. Anschließend war sie als Redakteurin und Autorin für die Die Zeit tätig. Von 2005-2023 war sie Moderatorin bei Deutschlandfunk Kultur. Seit 2014 moderiert von Billerbeck die jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe Weimarer Reden im Deutschen Nationaltheater Weimar.


Sonntag, 13. Juli, 15:00 – 16:30 Uhr
Lesung und Gespräch mit DENIZ UTLU
»Vaters Meer«
Moderation: Miriam Zeh

Vaters Meer
(Roman, Suhrkamp Verlag, 2023)

Yunus ist dreizehn, als sein Vater nach zwei Schlaganfällen nahezu vollständig gelähmt ist und nicht mehr sprechen kann. Nach seinem Tod versucht Yunus, sich der Lebensgeschichte seines Vaters anzunähern: Er ruft Erlebnisse und Gespräche mit ihm aus seiner Kindheit wach, und wenn die Erinnerung Lücken aufweist, leuchten in seiner Fantasie Bilder auf, die die Leerstellen füllen. Sie fügen sich zu dem warmherzigen Porträt eines Mannes, der mit lauter Stimme lachte, auf Arabisch fluchte, der häufig abwesend und leicht reizbar war und der einst aus Mardin nahe der türkisch-syrischen Grenze nach Istanbul ging, den Militärputsch miterlebte und nach Deutschland kam. Vaters Meer erzählt von einem Schicksalsschlag, der eine ganze Familie trifft, von einer Vater-Sohn-Beziehung, die abrupt endet, von Migration und Zugehörigkeit. Deniz Utlu zeichnet die unerwarteten Wege des Lebens wie der Erinnerung nach. Sein Roman zeugt von der Kraft des Erzählens – die dann am deutlichsten wird, wenn die Sprache das Letzte ist, was einem bleibt.

»Dieses Buch hat mein Herz gebrochen und wieder zusammengeflickt.« Fatma Aydemir

»[Der] Roman Vaters Meer über einen Hannoveraner Teenager und den Verlust seines Vaters ist ein literarisches Meisterwerk. … Deniz Utlu hat ein starkes und bleibendes Stück Prosa geschaffen.« Andreas Fanizadeh, taz. die tageszeitung

»Das Meer der Bilder leuchtet auf, indem sich die Erinnerungen ineinanderschieben, die Leerstellen kunstvoll gefüllt werden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das gelingt Deniz Utlu mit poetischer Kraft und hoher sprachlicher Sensibilität. Er ist ein großer pointenreicher Erzähler …« Lerke von Saalfeld, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Vaters Meer ist nun selbst eine wunderbare Grabungsarbeit geworden, eine literarische, die ein Familienleben archiviert … Es wird Vaters Meer nicht gerecht, ihn lediglich als Migrationsroman zu lesen.« Jolinde Hüchtker, DIE ZEIT

»Tadellos geschrieben. Aufregend. Ein ruhiges Binnenmeer.« Péter Nádas

»In einer unmittelbar berührenden und humorvollen Sprache lässt Deniz Utlu uns teilhaben an den Konflikten, Feiern und dem Alltag einer Familie. Er eröffnet für die deutsche Literatur eine Erinnerungsgeographie, die von Hannover bis weit in die Türkei, an die syrische Grenze reicht.« Jury Alfred-Döblin-Preis 2021


DENIZ UTLU, geboren 1983 in Hannover, studierte Volkswirtschaftslehre in Berlin und Paris. Von 2003 bis 2014 gab er das Kultur- und Gesellschaftsmagazin freitext heraus. Sein Debütroman, Die Ungehaltenen, erschien 2014 und wurde 2015 im Maxim Gorki Theater für die Bühne adaptiert. Von 2017 bis 2019 schrieb er für den Tagesspiegel die Kolumne Einträge ins Logbuch. 2019 erschien sein zweiter Roman Gegen Morgen. Außerdem hat er Theaterstücke, Lyrik und Essays verfasst (u. a. für FAZ, SZ, Tagesspiegel und Der Freitag). Er forscht am Deutschen Institut für Menschenrechte und veranstaltet am Maxim Gorki Theater die Literaturreihe Prosa der Verhältnisse. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Alfred-Döblin-Preis und dem Literaturpreis der Landeshauptstadt Hannover und den Bayrischen Buchpreis. Für „Vaters Meer“ erhielt er 2024 den Literaturpreis der LiteraTour Nord 2024 und den Sonderpreis des Literaturpreises der Europäischen Union 2024
2024 wurde er mit dem Landgang-Stipendium ausgezeichnet.

MIRIAM ZEH, geboren 1988 in Hamburg, arbeitet als Literaturredakteurin bei Deutschlandfunk Kultur. Sie studierte Musik, Germanistik und Philosophie in Köln und St. Louis. 2021 wurde sie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main promoviert. Regelmäßig moderiert Miriam Zeh Literaturveranstaltungen in ganz Deutschland und sitzt als Literaturkritikerin in verschiedenen Preisjurys. 2022 war sie Sprecherin der Jury für den Deutschen Buchpreis

OderBuch 2025 wurde gefördert von der EUROPÄISCHEN UNION – Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums.


Sonntag, 14. Juli 2024, 15:00 Uhr
Lesung und Gespräch mit MARIUSZ HOFFMANN
„Polnischer Abgang“

Moderation: Adalbert Siniawski
Ort: Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin, OT Neulietzegöricke

Audiomitschnitt zum Nachhören:

Mariusz Hoffmann
POLNISCHER ABGANG
(Roman, Piper Verlag, 2023)
Salesche, ein Dorf in Polen 1990: Jarek und seine Eltern packen ihre Sachen. Sie wollen nach Deutschland aussiedeln, so wie Oma Agnieszka, die acht Jahre zuvor die Flucht angetreten hatte. Doch wovor war sie wirklich geflohen? Niemand will es dem 14-Jährigen sagen. Als Jarek ins Schlepperauto steigt, das sie von Schlesien über die Grenze bringen soll, weiß er nur eins genau: Er wird nicht zurückkehren. Im sich wiedervereinigenden Deutschland, sagt man ihm, warte ein besseres Leben. Doch statt zu Agnieszka nach Hannover zu fahren, geht es für die Sobotas schnurstracks in die Aussiedlerlandestelle Hamm, um dort ihre Anträge zu stellen. Und auch nachdem sie die Aufnahmebestätigung in Deutschland erhalten, rückt das Wiedersehen mit der Großmutter in immer weitere Ferne. Jarek beginnt, dem Schweigen seiner Eltern zu misstrauen, bis sich am ersten Weihnachtsabend im „gelobten Land“ die Teile des Familienpuzzles plötzlich folgenreich ineinanderfügen. „Polnischer Abgang“ ist ein Familien-Roadtrip voller tragikomischer Momente, der vieles erzählt über uns alle diesseits und jenseits der deutsch-polnischen Grenze.

MARIUSZ HOFFMANN wurde 1986 in Polen geboren. Er studierte Philosophie in Hamburg und Literarisches Schreiben in Hildesheim, wo er Mitherausgeber der Literaturzeitschrift BELLA triste war. Beim 25. Open Mike wurde er in der Kategorie Prosa ausgezeichnet. 2019 war er Teilnehmer der Schreibwerkstatt der Jürgen-Ponto-Stiftung, 2020 Stipendiat im Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop. 2021 folgte ein Residenzstipendium des Goethe-Instituts in Broumov, Tschechien. 2022 erhielt er das Arbeitsstipendium für deutschsprachige Literatur des Berliner Senats und 2023 das Alfred-Döblin-Stipendium.

ADALBERT SINIAWSKI ist Journalist und Radiomoderator. Studium der Politischen Wissenschaften sowie Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Hamburg. Nach einem Volontariat beim Deutschlandradio arbeitet er für Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und SWR2 und beschäftigt sich hauptsächlich mit popkulturellen Themen und solchen, die Polen und den Journalismus betreffen. Er schrieb mit am „Trendbuch Journalismus“ (2004) und verfasste die Studie „Schwul-lesbischer Journalismus in Deutschland“ (2009). Siniawski gewann den Columbus Radiopreis in Silber für eine Undercover-Reportage über eine Pressereise nach Warschau und ist Alumni des Marion-Gräfin-Dönhoff-Journalistenstipendiums.

In Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin, gefördert durch den Brandenburgischen Literaturrat aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.


Sonntag, 16. Juni 2024, 15 Uhr
Lesung und Gespräch mit MATTHIAS NAWRAT
„Die vielen Tode unseres Opas Jurek“
Moderation: Liane von Billerbeck


Matthias Nawrat, DIE VIELEN TODE UNSERES OPAS JUREK
(Roman, Rowohlt Verlag 2017)
Viele Tode musste Opa Jurek in seinem Leben sterben: im besetzten Warschau, wo er in der Sperrstunde zwei deutschen Soldaten in die Arme läuft. In der «weltberühmten» Ortschaft Oświęcim, in der er den Todeshunger kennenlernt. In Opole, wo er vor den leeren Regalen seines Lebensmittelgeschäfts, noch immer sterbenshungrig, von Delikatessen träumt. Und auch, als er schon längst mit Oma Zofia verheiratet ist und ihre Tochter sich in einen jungen Delinquenten verliebt, der sie nach Kanada entführen will. Von der noch ungetrübten Vorkriegszeit bis in die Aufbruchsjahre nach dem Aufgehen des Eisernen Vorhangs reicht diese bewegte Geschichte einer polnischen Familie. Ein lebendiger, an Zwischentönen reicher, aber auch abgründiger Roman über eine Familie vor dem Hintergrund der Geschichte Polens und Europas im 20. Jahrhundert.

MATTHIAS NAWRAT, 1979 im polnischen Opole geboren, emigrierte als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Bamberg. Für seinen Debütroman «Wir zwei allein» (2012) erhielt er den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis; «Unternehmer» (2014), wurde mit dem Kelag-Preis und dem Bayern 2-Wortspiele-Preis ausgezeichnet, «Die vielen Tode unseres Opas Jurek» (2015) mit dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises sowie der Alfred Döblin-Medaille. 2020 erhielt Matthias Nawrat den Literaturpreis der Europäischen Union. Zuletzt erschien der Gedichtband «Gebete für meine Vorfahren» (2022), ausgezeichnet mit dem Fontane-Literaturpreis der Stadt Neuruppin.

LIANE VON BILLERBECK ist Journalistin, Autorin, Hörfunk- und Fernsehmoderatorin. Sie studierte Journalistik in Leipzig. Seit 1991 moderierte sie bei Rockradio B und Radio Brandenburg, schrieb für die taz, den Stern, Geo und den Spiegel und war Reporterin bei der Berliner Zeitung. Beim ORB moderierte sie das Politmagazin »Klartext« und war Kommentatorin für die ARD-»Tagesthemen«. Anschließend war sie als Redakteurinund Autorin die Die Zeit tätig. Von 2005-2023 war sie Moderatorin bei Deutschlandfunk Kultur. Seit 2014 moderiert von Billerbeck die jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe Weimarer Reden im Deutschen Nationaltheater Weimar.

In Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin, gefördert durch den Brandenburgischen Literaturrat aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.


Sonntag, 12. Mai 2024, 15:00 – 16:30 Uhr
Lesung und Gespräch mit KAROLINA KUSZYK
„In den Häusern der Anderen“

Moderation: Uwe Rada
Ort: Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin, OT Neulietzegöricke

IN DEN HÄUSERN DER ANDEREN – Spuren deutscher Vergangenheit in Westpolen
Übersetzer Bernhard Hartmann, Ch.Links Verlag, 2022
„Poniemieckie“ heißt in Polen das ehemals Deutsche: Orte, Gebäude, Gegenstände, die von Millionen Deutschen zurückgelassen wurden, als sie am Ende des Zweiten Weltkriegs gen Westen flüchteten. Die Gebiete östlich von Oder und Neiße lagen fortan in Polen, Menschen aus anderen Landesteilen, darunter Vertriebene aus den östlichen Grenzgebieten um Lemberg und Vilnius, wurden dort angesiedelt. Wie machten sie die Städte und Dörfer und Häuser der ehemaligen Besitzer zu ihrer Heimat? Was den einen Verlust der Heimat, war den anderen Neubeginn im Fremden. Zwei Enden einer Geschichte, die zeigt, wie Biografien und Dinge über Zeiträume, Landesgrenzen und Generationen hinweg bis heute miteinander verwoben sind. Wer das Verhältnis von Polen und Deutschen in der jüngeren Geschichte verstehen will, dem hilft dieses Buch: tiefgründig recherchiert, sensibel und klug.

KAROLINA KUSZYK, geboren 1977 in Legnica, lebt in Brandenburg und Niederschlesien. Sie arbeitet als Autorin, Literaturübersetzerin und Lehrbeauftragte,  u.a. an der Viadrina in Frankfurt/Oder. Sie verfasste Beiträge u.a. für Zeit Online, Deutschlandradio Kultur und Funkhaus Europa und übersetzte u.a. Max Frisch, Ilse Aichinger, Karen Duve und Bernhard Schlink ins Polnische. „In den Häusern der anderen“ („Poniemieckie“, Czarne Verlag 2019) löste in Polen eine lebhafte Diskussion über den Umgang mit den deutschen Hinterlassenschaften aus und wurde 2020 mit dem Arthur-Kronthal-Preis ausgezeichnet. 2023 erhielt Kuszyk den Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen. 2024 erhielt sie zusammen mit ihrem Übersetzer Bernhard Hartmann den Georg-Dehio-Buchpreis des Deutschen Kulturforums östliches Europa.

UWE RADA ist Redakteur der taz sowie Buchautor. Seine Bücher über die Oder, die Memel und die Adria wurden auch ins Polnische übersetzt. 2017 erschien sein Roman „1988“, eine Roadstory zwischen Berlin-Kreuzberg und Krakau. Seit 2018 lebt Rada auch im Schlaubetal in Brandenburg, über das er das Buch „Siehdichum. Annäherungen an eine brandenburgische Landschaft“ veröffentlicht tat. Als Herausgeber beschäftigte sich Rada sowohl mit der Beziehungsgeschichte zwischen Berlin und Breslau als auch mit der deutsch-polnischen Grenze der Zwischenkriegszeit.

In Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin, gefördert durch den Brandenburgischen Literaturrat aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.


Lesereihe OderBuch 2023

„GESCHICHTEN VON HÄUSERN UND MENSCHEN“
eingeladen vom Klub der Kolonisten Neulietzegöricke e.V.


Sonntag, 6.8. 2023, 15:00-16:30
KAREN DUVE liest aus „Regenroman“
Moderation: Marie Kaiser

Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin OT Neulietzegöricke
Der Einritt ist frei

Buchcover
Foto: Kerstin Ahlrichs

Karen Duve REGENROMAN
Roman, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Taschenbuch, 201

Als der Hamburger Möchtegern-Schriftsteller Leon und seine Frau Martina ihr Traumhaus am Rande eines Mecklenburgischen Moores finden, scheint alles bereit für eine glückliche Idylle. Aber die Natur, das Moor und der Morast menschlicher Beziehungen sind tückisch. Das Haus gleicht einer Bruchbude, aus dem Wasserhahn fließt braune Brühe und noch dazu regnet es – tagelang, monatelang, ununterbrochen: Es tropft, nieselt, plätschert, strömt und fließt, es hört überhaupt nicht mehr auf. Es passieren drastische Dinge und am Ende ist nichts mehr wie es war. Karen Duves erster Roman ist wie das Moor, in dem er spielt: erbarmungslos, doppelbödig, unberechenbar und voller schillernder Details. Wenn man diesen sprachgewaltigen Text einmal gelesen hat, wird man ihn nicht wieder vergessen.

KAREN DUVE, 1961 in Hamburg geboren, lebt in der Märkischen Schweiz. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Romane Regenroman (1999), Dies ist kein Liebeslied (2002), Die entführte Prinzessin (2005) und Taxi (2008) waren Bestseller und sind in 14 Sprachen übersetzt. Die Verfilmung ihres Romans „Taxi“ kam 2015 in die Kinos. 2016 sorgte sie mit ihrem Roman Macht für Aufruhr und wurde mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor (2017) ausgezeichnet. Für ihren Roman Fräulein Nettes kurzer Sommer (2018) wurde Karen Duve mit dem Carl-Amery-Preis, dem Düsseldorfer Literaturpreis und dem Solothurner Literaturpreis ausgezeichnet. 2022 erschien ihr Roman Sisi. Im letzen Jahr ist eine von der Illustratorin Line Hoven bebilderte, limitierte Ausgabe von „Regenroman“ ist bei der Büchergilde Gutenberg erschienen.

»Karen Duve ist eine Ausnahmeerscheinung unter den Autorinnen ihrer Generation.« Stuttgarter Zeitung

MARIE KAISER, 1981 in Potsdam geboren, ist Radiojournalistin und hat in Weimar und Lyon Kulturwissenschaften studiert. Seit 2008 arbeitet sie bei Radio Eins (RBB). Sonntags diskutiert sie dort mit den „Literaturagenten“ Aktuelles aus der Literaturwelt und stellt die besten Neuerscheinungen vor. 2010 erhielt Marie Kaiser den Kurt-Magnus-Preis, eine Auszeichnung der ARD für junge Hörfunkjournalisten.

Gefördert durch den Brandenburgischen Literaturrat aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Sonntag, 11. Juni 2023, 15:00-16:30
JENNY ERPENBECK liest aus „Heimsuchung“
Moderation: Marietta Schwarz

Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin

Jenny Erpenbeck, Foto: W.B.

Jenny Erpenbeck HEIMSUCHUNG
Roman, btb, 2010

Ein Haus an einem märkischen See, in dem ein ganzes Jahrhundert wütet: Es ist der Schauplatz für fünfzehn Lebensläufe, Geschichten, Schicksale, von den Zwanzigerjahren bis heute. Seine Bewohner erleben die Weimarer Republik, das Dritte Reich, den Krieg und dessen Ende, die DDR, die Wende und die Zeit der Nachwende. Jedem einzelnen Schicksal gibt Jenny Erpenbeck eine eigene literarische Form, jedes entfaltet auf ganz eigene Weise seine Dramatik, seine Tragik, sein Glück. Ein Panorama des letzten Jahrhunderts von beeindruckender Wucht.

JENNY ERPENBECK, geboren 1967 in Ost-Berlin, ist Autorin von Romanen, Erzählungen und Theaterstücken, darunter neben „Heimsuchung“ auch die Romane »Aller Tage Abend«, „Gehen, ging, gegangen“ und „Kairos“. Ihre Werke wurden in 30 Sprachen übersetzt und im In- und Ausland vielfach mit Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Joseph-Breitbach-Preis, dem Independent Foreign Fiction Prize, dem Thomas-Mann-Preis und dem Premio Strega. Zuletzt erhielt sie im April diesen Jahres den Internationalen Stefan-Heym-Preis. Jenny Erpenbeck lebt in Berlin.

Pressestimmen:

»Ein Meisterwerk.« DER SPIEGEL

»Große Geschichten um ein kleines Stück Erde, epische Geschichtsschreibung auf höchstem Niveau.« FOCUS

Das Projekt wird gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.

Sonntag 30. April 2023, 15:00 – 16:30

JOCHEN SCHMIDT liest aus „Phlox“
Moderation: Eva-Christina Meier

Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin

Buchcover, Illustration: Line Hoven
Jochen Schmidt, Foto: Voland & Quist/Tim Jockel

Jochen Schmidt PHLOX
Roman, C.H. Beck Verlag, 2022


Es ist das letzte Mal, dass Richard Sparka mit seiner eigenen Familie, der Gefährtin Klara und den Kindern Karl und Ricarda, nach Schmogrow im Oderbruch fährt, denn nach dem Tod der Tatziets, die jahrzehntelang das Haus und den Garten, das Dorf und die Umgebung zu einem Ferienidyll und Hort des richtigen Lebens gemacht haben, wird das Haus abgerissen und das Grundstück verkauft. Aber Richard entdeckt, dass sein geliebtes, naturnahes Selbstversorger-Glück an diesem Ort auch dunkle Züge trägt. Komisch und ernst, geschichtsbewusst und aktuell, detailverliebt und mit dem Blick auf die großen Fragen erzählt Jochen Schmidt von der ewigen Suche nach dem guten Leben.

JOCHEN SCHMIDT, 1970 in Ost-Berlin geboren, hat hat in Bukarest studiert und verbrachte Auslandsaufenthalte in Brest, Valencia, Rom, New York und Moskau. 1999 war er Mitbegründer der Berliner Lesebühne »Chaussee der Enthusiasten«. Er ist Übersetzer und Autor, u.a. der Romane »Schneckenmühle«, »Zuckersand«, »Ein Auftrag für Otto Kwant« Zum 25. Jubiläum des Mauerfalls veröffentlichte er zusammen mit David Wagner »Drüben und drüben – zwei deutsche Kindheiten«. Der 2022 erschienene Roman „Phlox“ stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Jochen Schmidt lebt in Berlin.

Pressestimmen:

„Wunderbar. … Der Autor versteht es virtuos, mit seiner komplexen Sprachkunst Brücken zu schlagen von der Vergangenheit in die Gegenwart, von Schrecken und Schuld zu Kaffee und Kuchen. Hervorragend“
Münchner Merkur

„Stilistisch herausragendes Kaleidoskop einer ostdeutschen Kindheit und gesamtdeutschen Gegenwart… Mit ‚Phlox‘ hat Jochen Schmidt seinen bisher besten Roman geschrieben“
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Projekt wird gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.


Lesereihe OderBuch 2022

Samstag 8. Oktober 2022

Was wir sehen und wo wir hinwollen – Die Zukunft erinnern

Lesung und Gespräch mit JUDITH SCHALANSKY und SASCHA MACHT
Moderation: Maria-Christina Piwowarski

Zeit: 15:00 – 17:30
Ort: Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin
Einritt frei, Spenden erwünscht.

Judith Schalansky
Verzeichnis einiger Verluste

Die Weltgeschichte ist voller Dinge, die verloren sind – mutwillig zerstört oder im Lauf der Zeit abhandengekommen. In ihrem neuen Buch widmet sich Judith Schalansky dem, was das Verlorene hinterlässt: verhallte Echos und verwischte Spuren, Gerüchte und Legenden, Auslassungszeichen und Phantomschmerzen. Ausgehend von verlorengegangenen Natur- und Kunstgegenständen wie den Liedern der Sappho, dem abgerissenen Palast der Republik, einer ausgestorbenen Tigerart oder einer im Pazifik versunkenen Insel, entwirft sie ein naturgemäß unvollständiges Verzeichnis des Verschollenen und Verschwundenen, das seine erzählerische Kraft dort entfaltet, wo die herkömmliche Überlieferung versagt. Die Protagonisten dieser Geschichten sind Figuren im Abseits, die gegen die Vergänglichkeit ankämpfen: ein alter Mann, der das Wissen der Menschheit in seinem Tessiner Garten hortet, ein Ruinenmaler, der die Vergangenheit erschafft, wie sie niemals war, die gealterte Greta Garbo, die durch Manhattan streift und sich fragt, wann genau sie wohl gestorben sein mag, und die Schriftstellerin Schalansky, die in den Leerstellen ihrer eigenen Kindheit die Geschichtslosigkeit der DDR aufspürt.

So handelt dieses Buch gleichermaßen vom Suchen wie vom Finden, vom Verlieren wie vom Gewinnen und zeigt, dass der Unterschied zwischen An- und Abwesenheit womöglich marginal ist, solange es die Erinnerung gibt – und eine Literatur, die erfahrbar macht, wie nah Bewahren und Zerstören, Verlust und Schöpfung beieinanderliegen.

Mehr Informationen und Pressestimmen: https://www.suhrkamp.de/buch/judith-schalansky-verzeichnis-einiger-verluste-t-9783518428245

Sascha Macht

Spyderling
Roman

»Erst im Spiel begreifen wir die Welt.«Daytona Sepulveda ist Entwicklerin von Brettspielen und einigermaßen erfolgreich in ihrem Metier. In Fachkreisen wird sie ehrfürchtig »Die Verschwundene« genannt; ein Beiname, der auf tatsächlichen Ereignissen basiert: Daytona war wirklich eine Zeit lang verschollen und hat Schlimmes erlebt. Nun ist sie, genau wie sieben weitere Brettspielentwickler aus aller Welt, auf ein Weingut in der Republik Moldau eingeladen – von Spyderling, dem Guru der Spieleautoren, den allerdings noch nie jemand zu Gesicht bekommen hat. Die Tage vergehen, und die kreativen Geister sind derweil auf sich allein gestellt, denn Spyderling lässt sich einfach nicht blicken – man schmaust, säuft, liegt am Pool herum, fällt übereinander her. Doch als ein furchterregendes Brettspiel namens Maunstein auftaucht, beginnt die Wirklichkeit auf dem Weingut durchlässig zu werden: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschieben sich ineinander, wundersame Grausamkeiten geschehen, eine extremistische Rockband macht sich auf dem Anwesen breit – und plötzlich geht es für Daytona um alles.

Was genau reizt Menschen daran, sich um ein Brett zu versammeln, nach besonderen Regeln zu interagieren und miteinander im Spiel neue Welten zu erschaffen? Auf einzigartige Weise entfesselt Sascha Macht diese Frage in seinem neuen Roman und er-zeugt eine faszinierende Verbindung zwischen den Kunstformen der Literatur und des Spiels. Voller Fantasie und klug komponiert jagt ›Spyderling‹ seine Heldinnen und Helden auf eine Tour de Force der Selbst- und Welterkenntnis durch den wildesten Teil Osteuropas.

Gefördert im Rahmen von „Und seitab liegt die Stadt“ – ein Projekt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (Förderprogramm „Kultur in ländlichen Räumen“) und des Literarischen Colloquiums Berlin.

Samstag, 24. September 2022

Aufwachsen und Losziehen – Radikale Irrtümer und große Hoffnungen

Lesung und Gespräch mit LUKAS RIETZSCHEL und MANJA PRÄKELS
Moderation: Tanja Runow

Zeit: 15:00 – 17:30
Ort: Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin

Lukas Rietzschel
Mit der Faust in die Welt schlagen
Roman

Zwei Brüder, ein Dorf in Ostsachsen und eine Wut, die immer größer wird

Philipp und Tobias wachsen in der Provinz Sachsens auf. Im Sommer flirrt hier die Luft über den Betonplatten, im Winter bricht der Frost die Straßen auf. Der Hausbau der Eltern scheint der Aufbruch in ein neues Leben zu sein. Doch hinter den Bäumen liegen vergessen die industriellen Hinterlassenschaften der DDR, schimmert die Oberfläche der Tagebauseen, hinter der Gleichförmigkeit des Alltags schwelt die Angst vor dem Verlust der Heimat. Die Perspektivlosigkeit wird für Philipp und Tobias immer bedrohlicher. Als es zu Aufmärschen in Dresden kommt und auch ihr Heimatort Flüchtlinge aufnehmen soll, eskaliert die Situation. Während sich der eine Bruder in sich selbst zurückzieht, sucht der andere ein Ventil für seine Wut. Und findet es.

Lukas Rietzschels Roman ist eine Chronik des Zusammenbruchs. Eine hochaktuelle literarische  Auseinandersetzung mit unserem zerrissenen Land.

Mehr Informationen und Pressestimmen: https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/mit-der-faust-in-die-welt-schlagen-9783548061030.html

Manja Präkels
Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß
Roman

Landleben zwischen Lethargie und Lebenslust. Mimi und Oliver sind Nachbarskinder und Angelfreunde in einer kleinen Stadt an der Havel. Sie spielen Fußball miteinander, leisten den Pionierschwur und berauschen sich auf Familienfesten heimlich mit den Schnapskirschen der Eltern. Mit dem Mauerfall zerbricht auch ihre Freundschaft. Mimi sieht sich als der letzte Pionier – Timur ohne Trupp.
Oliver wird unter dem Kampfnamen Hitler zu einem der Anführer marodierender Jugendbanden. In Windeseile bringen seine Leute Straßen und Plätze unter ihre Kontrolle. Dann eskaliert die Situation vollends …
Manja Präkels erzählt in ihrem Debütroman vom Verschwinden der DDR in einem brandenburgischen Kleinstadtidyll, dem Auftauchen verloren geglaubter Gespenster, von Freundschaft und Wut.

Manja Präkels wurde für dieses Buch mit dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium 2018 und dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2018 ausgezeichnet.

Zudem erhält die Autorin für dieses Buch den Anna-Seghers-Preis 2018.

Mehr Informationen und Pressestimmen: https://www.verbrecherverlag.de/book/detail/908

Gefördert im Rahmen von „Und seitab liegt die Stadt“ – ein Projekt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (Förderprogramm „Kultur in ländlichen Räumen“) und des Literarischen Colloquiums Berlin.

Sonntag, 11. September 2022– Tag des offenen Denkmals
Lesung mit NORMAN OHLER
Zeit: 15:00 – 16:30
Ort: Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin

Norman Ohler

Die Gleichung des Lebens
Roman

»Ein spannender historischer Roman … eine wunderbare Geschichte aus einer verloren gegangenen Welt« Neue Westfälische.

Friedrich II. schickt sein versponnenes Mathematikgenie Leonhard Euler in die Wildnis, um Natur zu berechnen – doch ein Mord und eine Frau namens Oda, die Euler in den Weiten des Sumpfes kennenlernt, werfen die Gleichung des ehrgeizigen Königs über den Haufen. Sommer 1747. Friedrich II. will das unwegsame, von aufsässigen wendischen Fischern bewohnte Oderbruch trockenlegen. Wo noch Fische, Schildkröten und Wasservögel in überwältigender Artenvielfalt leben, sollen Kühe grasen und die Kartoffel wachsen. Als die Leiche des Ingenieurs für den neuen Kanal am Ufer der Faulen See angetrieben wird, steht Leonhard Euler vor einer Herausforderung, die ihn und das aufklärerische Denken selbst an eine Grenze bringt. Denn die urtümliche Sumpflandschaft, die dem Untergang geweiht ist, wehrt sich mit allen Mitteln ..

Mehr Informationen und Pressestimmen: https://www.kiwi-verlag.de/buch/norman-ohler-die-gleichung-des-lebens-9783462052855

Gefördert durch den Brandenburgischen Literaturrat aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg


Samstag, 20. August 2022 

Das große Leben im kleinen Fleck – Dorfgeschichten

Lesung und Gespräch mit VERENA GÜNTNER und KATRIN SEDDIG
Moderation: Marie Kaiser

Zeit: 15:00 – 18:00
Ort: Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin
Einritt frei, Spenden erwünscht

Der Sommer verspricht schön und langweilig zu werden. Anfangs widerstrebend, dann immer öfter nimmt der siebzehnjährige Maik die erst zwölfjährige Jenny auf seinen Mopedtouren mit; schließlich sind sie die einzigen Jüngeren in ihrem norddeutschen Dorf. Von der Zukunft wissen sie nur eins: So wie die Erwachsenen wollen sie nicht leben, in der kleinen Welt, in der niemand mit sich im Reinen ist – nicht Jennys unzufriedene Mutter, nicht der seltsame Geschäftsmann mit seiner Familie, auch nicht die schöne Verrückte, die alle «die Nackte» nennen. Doch dann entdecken die beiden, dass Jennys Mutter eine Affäre mit dem Großbauern hat, dessen Stieftochter, die Nackte, den Geschäftsmann ein bisschen näher kennt – sie stoßen in ein Dickicht aus Lügen und Geheimnissen vor, sogar auf ein Verbrechen.
Mit unwiderstehlicher Tragikomik und ironischem Blick erzählt Katrin Seddig vom gar nicht mehr so idyllischem Landleben und seinen Skurrilitäten – und von der Freundschaft zweier junger Menschen, die begreifen, dass sie sich ihre Freiheit selbst erkämpfen müssen. Mehr Informationen und Pressestimmen: https://www.rowohlt.de/buch/katrin-seddig-das-dorf-9783737100298

Verena Güntner
Power
Roman

Ein Dorf, ein verschwundener Hund – eine Suche, die verwandelt
Die selbstbewusste Kerze ist gerade noch ein Kind. Sie lebt in einem kleinen, von Wald und Feldern umgebenen Dorf, das nur noch wenige Bewohner hat. Doch Kerze verteidigt ihr Dorf gegen den Schwund, sie ist hier fest verwurzelt. Eines Tages geht Power verloren, der Hund einer Nachbarin. Die Hitschke ist verzweifelt – seit ihr Mann nicht mehr da ist, lebt sie allein. Kerze macht sich auf die Suche nach Power und verspricht, den Hund zurückzubringen. Koste es, was es wolle. Denn Kerze hält, was sie verspricht. Immer! Sie geht methodisch vor, durchstreift das Dorf und die Felder, tastet sich immer näher an Power heran. Beobachtet wird sie dabei von den Kindern des Dorfes, die sich ihr nach und nach anschließen. Ein ganzes Rudel bildet sich, das bellend und auf allen vieren Powers Fährte aufnimmt. Als klar wird, dass sie ihn nur außerhalb der Dorfgemeinschaft finden können, verlassen die Kinder das Dorf und ziehen in den Wald.
Mit außergewöhnlicher Sprachmacht, Scharfsinn und mit enormem Einfühlungsvermögen erzählt Verena Güntner davon, was mit einer Gemeinschaft geschieht, die den Kontakt zu ihren Kindern verliert. ›Power‹ führt hinein in den Schmerz derer, die zurückbleiben, und zeigt mit großer Kraft, was es braucht, um durchzuhalten, weiterzumachen und Sinn zu finden in einer haltlos gewordenen Welt

Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020

Mehr Informationen und Pressestimmen: https://www.dumont-buchverlag.de/buch/guentner-power-9783832183691/

Gefördert im Rahmen von „Und seitab liegt die Stadt“ – ein Projekt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (Förderprogramm „Kultur in ländlichen Räumen“) und des Literarischen Colloquiums Berlin.