Programm

Lesereihe Oderbuch 2026
„Die großen Geschichten – Lebenslinien Ost“


Schwebende Lasten
Roman, März 2025, C.H.Beck Verlag

Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2025 – Shortlist Evangelischer Buchpreis 2026 – Preis der LiteratTour Nord 2026

Nicht weniger als ein ganzes Leben erzählt Annett Gröschner mit der Geschichte der Blumenbinderin und Kranfahrerin Hanna Krause – mit einer Wucht und Poesie, wie sie nur dort entstehen können, wo die Literatur wirklichkeitssatt ist.



Hanna Krause war Blumenbinderin, bevor das Leben sie zur Kranführerin machte. Sie hat zwei Revolutionen, zwei Diktaturen, einen Aufstand, zwei Weltkriege und zwei Niederlagen, zwei Demokratien, den Kaiser und andere Führer, gute und schlechte Zeiten erlebt, hat sechs Kinder geboren und zwei davon nicht begraben können, was ihr naheging bis zum Lebensende. Hatte später, nachdem ihr Blumenladen längst Geschichte war, von einem Kran in der Halle eines Schwermaschinenbaubetriebes in Magdeburg einen guten Überblick auf die Beziehungen der Menschen zehn Meter unter ihr und starb rechtzeitig, bevor sie die Welt nicht mehr verstand. Hanna Krause blieb bis zu ihrem Tod eine, die das Leben nimmt, wie es kommt. Ihr einziges Credo: anständig bleiben. Annett Gröschners Roman erzählt die Geschichte eines Jahrhunderts in einem einzigen Leben und gibt, mit Hanna, denen ein Gesicht, die zu oft unsichtbar bleiben. Ein Roman über das Ende des Industriezeitalters und seiner Heldinnen im Osten Deutschlands – und über eine gewöhnliche Frau in diesem unfassbaren 20. Jahrhundert.

Pressestimmen:

„Erfahrungssatt und traumhungrig. Besser kann man ein Menschenleben nicht erzählen. Mit diesem Buch errichtet Annett Gröschner nicht nur ihrer Heldin Hanna ein Denkmal, sondern sämtlichen unsichtbaren Frauen, die sich in den Abgründen des 20. Jahrhunderts jeden Tag wieder auf die Seite des Lebens zurückkämpften.“
Julia Schoch

„In ihrem neuen Roman erzählt Annett Gröschner eine Alternativgeschichte der DDR aus weiblicher Sicht. Ohne Ideologie, ohne Stasifetisch, aber mit Sympathie für ihre Heimatstadt Magdeburg.“
SPIEGEL, Sabine Rennefanz

„Das Buch hat so eine ungeheure, leise, widerständige Kraft und Schönheit und Liebe … dieser phänomenale Roman“
Die Zeit, Volker Weidermann

„Hanna balanciert zwischen Auflehnung und Anpassung und trifft ihre Entscheidungen nicht aus ideologischen Gründen, sondern lässt sich von Menschlichkeit und Anstand leiten. Gerade darin liegt die politische Kraft des Romans, denn Gröschner zeigt, dass Geschichte nicht nur von Parolen, Systemen und Machtverhältnissen geprägt wird, sondern von vielen unsichtbaren Entscheidungen gewöhnlicher Menschen.“
Börsenblatt, Stefanie Drüsedau, Vorsitzende der Jury des Evangelischen Buchpreises

„In einem unsentimentalen Tonfall rekapituliert Gröschner all die Katastrophen und Glücksmomente dieses Lebens … „Schwebende Lasten“ ist im besten Sinne lebendige Geschichtsschreibung.“
Platz 5 SWR Bestenliste, Mai 2025

„Im Buch wimmelt es von lauter schönen fast vergessenen Wörtern wie Filzschlappenoper, Galoppwechsler, Laufkatze, Kalodermabad und Laufmaschenexpress.“
mdr KULTUR, Michaela Winterstein

Annett Gröschner, geboren 1964 in Magdeburg, lebt seit 1983 als Schriftstellerin in Berlin. Bekannt wurde sie vor allem mit ihren Romanen „Moskauer Eis“ (2000) und „Walpurgistag“ (2011). Zuletzt erschien bei Hanser ihr gemeinsam mit Peggy Mädler und Wenke Seemann verfasster Bestseller „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“ (2024). Annett Gröschner wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Großen Kunstpreis Berlin (Fontanepreis), dem Klopstock-Preis und dem Mainzer Stadtschreiber Literaturpreis von ZDF, 3sat und der Landeshauptstadt Mainz. Für ihren Roman „Schwebende Lasten“ erhielt sie den Evangelischen Buchpreis und den Preis der LiteratTour Nord und war für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Liane von Billerbeck ist Journalistin, Autorin, Hörfunk- und Fernsehmoderatorin. Sie studierte Journalistik in Leipzig. Beim ORB moderierte sie das Politmagazin „Klartext“ und war Kommentatorin für die ARD-„Tagesthemen“. Anschließend war sie als Redakteurin und Autorin für die „Die Zeit“ tätig. Von 2005-2023 war sie Moderatorin bei Deutschlandfunk Kultur. Seit 2014 moderiert von Billerbeck die jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe Weimarer Reden im Deutschen Nationaltheater Weimar.


Leider krankheitsbedingt abgesagt! Sonntag, 16. August, 15:00 – 16:30 Uhr
Lesung und Gespräch mit REGINA SCHEER
»MACHANDEL«
Moderation: Liane von Billerbeck

ORT: Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin, OT Neulietzegöricke
Eintritt frei, Spenden sind willkommen.

Machandel
Roman, Penguin, 2016

Ein großer Familien- und Generationenroman über die DDR und wie sie unterging.

Regina Scheer spannt in ihrem beeindruckenden Roman den Bogen von den 30er Jahren über den Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer und in die Gegenwart. Sie erzählt von den Anfängen der DDR, als die von Faschismus und Stalinismus geschwächten linken Kräfte hier das bessere Deutschland schaffen wollten, von Erstarrung und Enttäuschung, von dem hoffnungsvollen Aufbruch Ende der 80er Jahre und von zerplatzten Lebensträumen.

Regina Scheer, 1950 in Berlin geboren, studierte Theater- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität. Von 1972 bis 1976 arbeitete sie bei der Wochenzeitschrift «Forum». Danach war sie freie Autorin und Mitarbeiterin der Literaturzeitschrift «Temperamente». Nach 1990 wirkte sie an Ausstellungen, Filmen und Anthologien mit und veröffentlichte mehrere Bücher zur deutsch-jüdischen Geschichte, u.a. «Im Schatten der Sterne» (2004). Ihre ersten beiden Romane, «Machandel» (2014) und «Gott wohnt im Wedding» (2019), waren große Publikumserfolge. Ihr neuestes Buch, «Bittere Brunnen», wurde 2023 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.

Pressestimmen:

Die große Rekonstruktion: Regina Scheers Roman ‹Machandel› erzählt vom Krieg bis zur Wende und darüber hinaus. Sie fasst die deutsche Zeitgeschichte in ein faszinierendes Kaleidoskop.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Andreas Platthaus , 25.10.2014

‹Machandel› ist wohl vor allem ein Buch über geplatzte Träume und vergebliche Hoffnungen. Es ist ein sehr wahrhaftiges, ein wunderschönes Buch. NDR Info, Katja Eßbach , 04.11.2014

(…) Genau daraus bezieht Regina Scheers Roman über die deutsch-deutsche Vergangenheit seine Bannkraft. In Scheers märchenhafter Romanwelt von „Machandel“ entstehen aus umfangreichem historischem Material zwischen Mythos und Realität beseelte Lebensgeschichten. Deutschlandfunk „Büchermarkt“, Michaela Schmitz , 03.10.2014

Es braucht jemanden wie Regina Scheer, der ihren in historischen Zusammenhängen und individuellen Träumen verästelten Lebensgeschichten zuhört und sie mit dieser zurückhaltenden Emphase weitererzählt. Berliner Zeitung, Sabine Vogel , 23.08.2014

«Es gibt zwei Romane über Nachkriegsdeutschland, die man gelesen haben muss: Deutschstunde von Siegfried Lenz und Machandel von Regina Scheer. Sybil Gräfin Schönfeldt

In diesem Roman ist das Lebensgefühl einer Generation, sind die Konflikte der Menschen in der Zeit der DDR auf wahrhaftige Weise erzählt. Ich bin von Machandel fasziniert. Inge Heym

„Ein wunderbares Buch. Eine Historie unserer Zeit.“ Christoph Hein


Sonntag, 26. Juli, 15:00 – 16:30 Uhr
Abgesagt!
Ein neuer Termin wird noch bekannt gegeben.
Lesung und Gespräch mit LUKAS RIETZSCHEL
»SANDITZ«
Moderation: Marietta Schwarz

ORT: Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin, OT Neulietzegöricke
Eintritt frei, Spenden sind willkommen.

SANDITZ
Roman, 2026, dtv

Das große Epos unserer Gegenwart
Sanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler, Orgelbauer, Fliesensammler, Lokaljournalistinnen, selbsternannte Widerständler, Träumerinnen, Frührentner, Kinder, Liebespaare, verhuschte Archivare und die Familie Wenzel. Warmherzig und multiperspektivisch verwebt Lukas Rietzschel die Erzählung der Familie und der Sanditzer Stadtbewohner zu einem Panorama deutscher Geschichten – vom Ende der DDR bis in die jüngste Gegenwart, vom Besetzen der örtlichen Stasi-Zentrale bis zum Kampf eines Freiwilligen in der Ukraine, vom Abrackern auf westdeutschen Baustellen bis zum isolierten Inseldasein während der Corona-Epidemie. Ein Roman über Aufbruch und Niedergang, Gelingen und Scheitern des Aufruhrs,Freundschaft und Familie in umwälzenden Zeiten, über den Wunsch nach Zugehörigkeit und die Sehnsucht nach Freiheit.

Lukas Rietzschel, geboren 1994 in Räckelwitz in Ostsachsen. Schon sein Debütroman ›Mit der Faust in die Welt schlagen‹ (2018) war ein Bestseller, der für das Kino verfilmt wurde. 2021 erschien der zweite Roman
›Raumfahrer‹. Lukas Rietzschels Romane und Theaterstücke wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gellert-Preis, dem Sächsischen Literaturpreis und dem Literaturpreis „Text & Sprache“.

Marietta Schwarz ist freie Radiojournalistin und arbeitet als Moderatorin, Autorin und Redakteurin für Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur. Gelegentlich produziert sie auch Podcasts. Sie wuchs in Mainz auf, studierte in Darmstadt Architektur und lebt seit 2001 in Berlin. Mit Lukas Rietzschel hat sie 2024 für die Sendung „Zwischentöne“ ein Interview für Deutschlandfunk geführt.

Pressestimmen:

»Ohne zu jammern und ohne moralischen Zeigefinger schreibt Lukas Rietzschel über das Leben an den Rändern. Er macht das so wohltuend normal, dass man gar nicht aufhören will, ihm zu lauschen.« Märkische Allgemeine, Welf Grombacher, 12. März 2026

»Es ist ein analytischer Roman, der die große Melancholie im Osten zeigt, die auf die Heldengeschichte der DDR folgt.« ZDF, Das Literarische Quartett, Adam Soboczynski, 13. März 2026

»Das ist der große DDR-Roman, auf den wir seit Jahrzehnten gewartet haben. Das ist wahrscheinlich das beste Buch in deutscher Sprache dieses Jahrgangs. (…) Ich bin zutiefst beeindruckt und hoffe, dass er große Preise gewinnt.« ZDF, Das Literarische Quartett, Eva Menasse, 13. März 2026

»Ein Buch, das der Geschichte Flügel verleiht. Das erste literarische Ereignis in diesem Bücherfrühling: Lukas Rietzschel hat einen Roman über Ostdeutschland geschrieben, der noch viel mehr ist.« Der Tagesspiegel, 13. März 2026

»Der opulente Roman ›Sanditz‹ ist ein farbenprächtiges ostdeutsches Märchenbuch. (…) So ist vom Osten Deutschlands wohl noch nie erzählt worden.« Buchkultur, Andreas Knebl, 1. April 2026



VERGANGENE VERANSTALTUNGEN 2026

Sonntag, 26. Juli, 15:00 – 16:30 Uhr
Lesung mit PEGGY MÄDLER
»SELBSTREGULIERUNG DES HERZENS«
Moderation: Marietta Schwarz

ORT: Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin, OT Neulietzegöricke
Eintritt frei, Spenden sind willkommen.

Selbstregulierung des Herzens

Roman, Galiani 2026

Über Liebe und Freundschaft in einer Welt, die Vertrauen nicht kennt
Ein Roman über das Ringen um Nähe, um Liebe, Loyalität und Freundschaft im Schatten staatlicher Kontrolle. Ein bestechendes Porträt von der Kraft und Zerbrechlichkeit menschlicher Bindungen, dem Enthusiasmus des Neuanfangs und dem Verlust von Illusionen.

»Selbstregulierung des Herzens« entfaltet ein vielfältiges Panorama des Lebens in der DDR und im frisch wieder vereinigten Deutschland. Im Zentrum stehen Georg, der anfangs noch hofft, seinen Staat mithilfe von ersten Computern und Kybernetik vorwärtszubringen, und die Künstlerin Mona. Um sie herum entwickelt sich ein reiches Ensemble an Figuren: der illusionslose Intellektuelle Roland, der in den Westen flieht; Marlies, die versucht, das System von innen zu reformieren, sowie die Künstlerfreunde Monas. Alle treffen sich in einem Dorf in der Nähe von Wandlitz, wo bald seltsame geheime Bautätigkeiten beginnen.

Mit stiller Wucht schreibt Peggy Mädler über das Flirren zwischen Halt und Auflösung – über Nähe und Entfremdung, Anpassung und Resilienz.

PEGGY MÄDLER, 1976 in Dresden geboren, hat Theater-, Kultur- und Erziehungswissenschaft studiert und in Kulturwissenschaften promoviert. Als freie Autorin und Dramaturgin arbeitet sie bundesweit mit verschiedenen Theatern, Regisseur*innen und Performancegruppen zusammen. 2011 erschien ihr erster Roman „Legende vom Glück des Menschen„, für „Wohin wir gehen“ (2019) erhielt sie den Fontane-Literaturpreis der Fontanestadt Neuruppin und des Landes Brandenburg. 2024 erschien das Buch „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“ von Annett Gröschner, Peggy Mädler und Wenke Seemann. Im Frühjahr 2026 erschien zuletzt bei Galiani ihr Roman Selbstregulierung des Herzens

Pressestimmen:

Peggy Mädlers Buch ist ein DDR-Roman in Farbe, ein Gesellschaftsbild mit Widersprüchen,
ein Reigen von Porträts mit Herz und Tränen.
Cornelia Geißler, Berliner Zeitung,
27.02.2026

Die fiktiven Lebensgeschichtenerzählen davon, aus welchen Gründen die Menschen zu denen werden, als die sie ihre Familien und ihr Umfeld beeinflussen. Sie zeigen, warum die Kunst des Lebens in der DDR bis heute jene Gegenwart beeinflusst, die sich im Osten vom Rest des Landes unterscheidet. Die Fehler im System variieren, eine Konstante bleibt: Sehnsucht nach einem guten Ort.
Janina Fleischer,Leipziger Volkszeitung, 17. März 2026

Was für ein Spagat! So mitreißend eingängig ist die Handlung, dass einem der Gedankenreichtum dahinter nicht sofort ins Auge fällt. Aber Peggy Mädlers Roman ist aus Nachdenklichkeit geboren.
Irmtraud Gutschke, Der Freitag, 12. März 2026

Dieser Text ist ungeheuer komplex, aber man merkt es ihm nicht an, er ist sehr lebendig erzählt, das ist große Kunst … eines der besten Bücher über die DDR, die ich je gelesen habe.
Christoph Schröder, hr2-kultur, 20. März 2026

Das Faszinierende, tief Beeindruckende an diesem Roman ist, wie ihm gelingt, die utopisch abstrakte Regelidee mit detaillierten Realien der Lebenswelt und in Figuren zusammenzubringen, die einem bald vor Augen stehen wie gute Bekannte.
Kulturnews, 2026

Ein Roman, der präzise, unsentimental und ohne Anklage veranschaulicht, wie Menschen sich in einem Zwangssystem veränden und wie Illusionen an einer Staatsform zerschellen. Ein Buch, dass die DDR noch einmal mit einem neuen, differenzierten Blick betrachtet.
Sandra Kegel, SWR, 17. April 2026

Die „Selbstregulierung der Herzen“ bezeugt den Knacks, den das Leben auf politisch und historisch unwegsamem Gelände den Menschen zugefügt hat. Die Kälte, die so oft der wiedervereinigten deutschen Gesellschaft vorgeworfen wird, sie hatte längst Einzug gehalten in den sich verlierenden Lebensläufen, weil die Wärme eines „mit Freunden gefüllten Hauses“ nur noch in der Erinnerung aufrufbar ist und Orte, die nicht wirklich bewohnt werden, Zerstörungslust wecken.
Insa Wilke, Süddeutsche Zeitung, 13. März 2026

Unaufgeregt, aber auf jeder Seite spannend, entwirft dieser kluge Roman ein Panorama von den 60er Jahren bis hin zu Corona-Pandemie. Große Leseempfehlung für alle, die die Welt – und die Schnittstelle zwischen Leben und Wissenschaft – besser verstehen wollen!
Literaturkurier, 2926


Sonntag, 7. Juni, 15:00 – 16:30 Uhr
Lesung und Gespräch mit KARSTEN KRAMPITZ
»GESELLSCHAFT MIT BESCHRÄNKTER HOFFNUNG«
Moderation: Liane von Billerbeck

ORT: Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin, OT Neulietzegöricke
Eintritt frei, Spenden sind willkommen.

Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung
Roman
Matthias-Vernaldi-Preis für selbstbestimmtes Leben 2025
2025, Nautilus Verlag

Die unglaubliche Geschichte einer gelebten Utopie mitten in der DDR: die »Krüppelkommune« von Hartroda
Arnstadt, Thüringen, Ende der 70er Jahre. In einem Heim für behinderte Jugendliche beschließen vier Freunde, die sich kaum bewegen können: Wir brechen aus. Von Rente und Pflegegeld wollen sie sich Pfleger finanzieren, ein Haus bekommen sie von der Kirche – das alte Pfarrhaus in Hartroda, im Altenburger Land. So entsteht eine Kommune, die völlig aus der Zeit gefallen scheint. Eine Gemeinschaft der Gleichen, in der alles geteilt wird – Geld und Bücher, Platten und Bier, aber auch alle Gebrechen. Eine Gemeinschaft der Aussortierten, die sich mit Witz und Chuzpe das Undenkbare erkämpft: ein selbstbestimmtes Leben, vielleicht sogar Freiheit. Als die DDR zusammenbricht, wird deutlich, dass es auch die Mauer war, die die Gemeinschaft von Hartroda zusammengehalten hat.

Pressestimmen:

»Ein unglaublicher Roman über die DDR-Zeit (…) Über die im heiteren, doch nie banalen Ton erzählte Gegenwelt wird eine Gesellschaft im Endstadium greifbar.« Jakob Hayner, WELT AM SONNTAG

»Nichts an der Utopie eines Zusammenlebens wie in Karsten Krampitz’ Roman hat sich erledigt. Im Gegenteil. Jeder Tag eines freien, solidarischen Lebens sollte wie ein Geschenk gefeiert werden. Laut lesen.« Annett Gröschner

»Wer zwei Kästen Bier hat, mache einen zu Geld und schaffe sich dieses Buch an.« Bov Bjerg

Karsten Krampitz (*1969 in Rüdersdorf) ist Autor, Historiker und Journalist. Er schrieb für Straßenzeitungen, war an der Besetzung von Luxushotels beteiligt und Mitgründer von »Mondkalb – Zeitung für das Organisierte Gebrechen«. Er promovierte zur Rolle der Kirche in der DDR. 2009 gewann er beim Bachmann-Wettbewerb den Publikumspreis. Sein Roman Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung wurde von der Kaspar Hauser Stiftung mit dem Matthias-Vernaldi-Preis für selbstbestimmtes Leben 2025 ausgezeichnet.

Liane von Billerbeck ist Journalistin, Autorin, Hörfunk- und Fernsehmoderatorin. Sie studierte Journalistik in Leipzig. Beim ORB moderierte sie das Politmagazin „Klartext“ und war Kommentatorin für die ARD-„Tagesthemen“. Anschließend war sie als Redakteurin und Autorin für die „Die Zeit“ tätig. Von 2005-2023 war sie Moderatorin bei Deutschlandfunk Kultur. Seit 2014 moderiert von Billerbeck die jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe Weimarer Reden im Deutschen Nationaltheater Weimar.


OderBuch 2026 wird gefördert mit:

Mit freundlicher Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde Neulietzegöricke und in Kooperation mit Trasmitter Studio.


Logo Klub der Kolonisten Neulietzegöricke

Die Lesereihe OderBuch ist eine Initiative des
Klubs der Kolonisten Neulietzegöricke e.V.

Idee und Konzept: Anke Becker