Lesereihe Oderbuch 2026
„Die großen Geschichten – Lebenslinien Ost“
Sonntag, 7. Juni, 15:00 – 16:30 Uhr
Lesung und Gespräch mit KARSTEN KRAMPITZ
»GESELLSCHAFT MIT BESCHRÄNKTER HOFFNUNG«
Moderation: Liane von Billerbeck
ORT: Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin, OT Neulietzegöricke
Eintritt frei, Spenden sind willkommen.


Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung
Roman
Matthias-Vernaldi-Preis für selbstbestimmtes Leben 2025
2025, Nautilus Verlag
Die unglaubliche Geschichte einer gelebten Utopie mitten in der DDR: die »Krüppelkommune« von Hartroda
Arnstadt, Thüringen, Ende der 70er Jahre. In einem Heim für behinderte Jugendliche beschließen vier Freunde, die sich kaum bewegen können: Wir brechen aus. Von Rente und Pflegegeld wollen sie sich Pfleger finanzieren, ein Haus bekommen sie von der Kirche – das alte Pfarrhaus in Hartroda, im Altenburger Land. So entsteht eine Kommune, die völlig aus der Zeit gefallen scheint. Eine Gemeinschaft der Gleichen, in der alles geteilt wird – Geld und Bücher, Platten und Bier, aber auch alle Gebrechen. Eine Gemeinschaft der Aussortierten, die sich mit Witz und Chuzpe das Undenkbare erkämpft: ein selbstbestimmtes Leben, vielleicht sogar Freiheit. Als die DDR zusammenbricht, wird deutlich, dass es auch die Mauer war, die die Gemeinschaft von Hartroda zusammengehalten hat.
Karsten Krampitz (*1969 in Rüdersdorf) ist Autor, Historiker und Journalist. Er schrieb für Straßenzeitungen, war an der Besetzung von Luxushotels beteiligt und Mitgründer von »Mondkalb – Zeitung für das Organisierte Gebrechen«. Er promovierte zur Rolle der Kirche in der DDR. 2009 gewann er beim Bachmann-Wettbewerb den Publikumspreis. Sein Roman Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung wurde von der Kaspar Hauser Stiftung mit dem Matthias-Vernaldi-Preis für selbstbestimmtes Leben 2025 ausgezeichnet.
Liane von Billerbeck ist Journalistin, Autorin, Hörfunk- und Fernsehmoderatorin. Sie studierte Journalistik in Leipzig. Beim ORB moderierte sie das Politmagazin „Klartext“ und war Kommentatorin für die ARD-„Tagesthemen“. Anschließend war sie als Redakteurin und Autorin für die „Die Zeit“ tätig. Von 2005-2023 war sie Moderatorin bei Deutschlandfunk Kultur. Seit 2014 moderiert von Billerbeck die jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe Weimarer Reden im Deutschen Nationaltheater Weimar.
Pressestimmen
»Ein unglaublicher Roman über die DDR-Zeit (…) Über die im heiteren, doch nie banalen Ton erzählte Gegenwelt wird eine Gesellschaft im Endstadium greifbar.« Jakob Hayner, WELT AM SONNTAG
»Nichts an der Utopie eines Zusammenlebens wie in Karsten Krampitz’ Roman hat sich erledigt. Im Gegenteil. Jeder Tag eines freien, solidarischen Lebens sollte wie ein Geschenk gefeiert werden. Laut lesen.« Annett Gröschner
»Wer zwei Kästen Bier hat, mache einen zu Geld und schaffe sich dieses Buch an.« Bov Bjerg
Sonntag, 26. Juli, 15:00 – 16:30 Uhr
Lesung und Gespräch mit LUKAS RIETZSCHEL
»SANDITZ«
Moderation: Marietta Schwarz
ORT: Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin, OT Neulietzegöricke
Eintritt frei, Spenden sind willkommen.


SANDITZ
Roman
März 2026, dtv
Das große Epos unserer Gegenwart
Sanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler, Orgelbauer, Fliesensammler, Lokaljournalistinnen, selbsternannte Widerständler, Träumerinnen, Frührentner, Kinder, Liebespaare, verhuschte Archivare und die Familie Wenzel. Warmherzig und multiperspektivisch verwebt Lukas Rietzschel die Erzählung der Familie und der Sanditzer Stadtbewohner zu einem Panorama deutscher Geschichten – vom Ende der DDR bis in die jüngste Gegenwart, vom Besetzen der örtlichen Stasi-Zentrale bis zum Kampf eines Freiwilligen in der Ukraine, vom Abrackern auf westdeutschen Baustellen bis zum isolierten Inseldasein während der Corona-Epidemie. Ein Roman über Aufbruch und Niedergang, Gelingen und Scheitern des Aufruhrs,Freundschaft und Familie in umwälzenden Zeiten, über den Wunsch nach Zugehörigkeit und die Sehnsucht nach Freiheit.
Lukas Rietzschel, geboren 1994 in Räckelwitz in Ostsachsen. Schon sein Debütroman ›Mit der Faust in die Welt schlagen‹ (2018) war ein Bestseller, der für das Kino verfilmt wurde. 2021 erschien der zweite Roman
›Raumfahrer‹. Lukas Rietzschels Romane und Theaterstücke wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gellert-Preis, dem Sächsischen Literaturpreis und dem Literaturpreis „Text & Sprache“.
Marietta Schwarz ist freie Radiojournalistin und arbeitet als Moderatorin, Autorin und Redakteurin für Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur. Gelegentlich produziert sie auch Podcasts. Sie wuchs in Mainz auf, studierte in Darmstadt Architektur und lebt seit 2001 in Berlin. Mit Lukas Rietzschel hat sie 2024 für die Sendung „Zwischentöne“ ein Interview für Deutschlandfunk geführt.
Pressestimmen:
»Ohne zu jammern und ohne moralischen Zeigefinger schreibt Lukas Rietzschel über das Leben an den Rändern. Er macht das so wohltuend normal, dass man gar nicht aufhören will, ihm zu lauschen.« Märkische Allgemeine, Welf Grombacher, 12. März 2026
»Es ist ein analytischer Roman, der die große Melancholie im Osten zeigt, die auf die Heldengeschichte der DDR folgt.« ZDF, Das Literarische Quartett, Adam Soboczynski, 13. März 2026
»Das ist der große DDR-Roman, auf den wir seit Jahrzehnten gewartet haben. Das ist wahrscheinlich das beste Buch in deutscher Sprache dieses Jahrgangs. (…) Ich bin zutiefst beeindruckt und hoffe, dass er große Preise gewinnt.« ZDF, Das Literarische Quartett, Eva Menasse, 13. März 2026
»Ein Buch, das der Geschichte Flügel verleiht. Das erste literarische Ereignis in diesem Bücherfrühling: Lukas Rietzschel hat einen Roman über Ostdeutschland geschrieben, der noch viel mehr ist.« Der Tagesspiegel, 13. März 2026
»Der opulente Roman ›Sanditz‹ ist ein farbenprächtiges ostdeutsches Märchenbuch. (…) So ist vom Osten Deutschlands wohl noch nie erzählt worden.« Buchkultur, Andreas Knebl, 1. April 2026
Sonntag, 16. August, 15:00 – 16:30 Uhr
Lesung und Gespräch mit REGINA SCHEER
»MACHANDEL«
Moderation: Liane von Billerbeck
ORT: Dorfkirche Neulietzegöricke, 16259 Neulewin, OT Neulietzegöricke
Eintritt frei, Spenden sind willkommen.


Machandel
Roman, Penguin, 2016
Ein großer Familien- und Generationenroman über die DDR und wie sie unterging.
Regina Scheer spannt in ihrem beeindruckenden Roman den Bogen von den 30er Jahren über den Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer und in die Gegenwart. Sie erzählt von den Anfängen der DDR, als die von Faschismus und Stalinismus geschwächten linken Kräfte hier das bessere Deutschland schaffen wollten, von Erstarrung und Enttäuschung, von dem hoffnungsvollen Aufbruch Ende der 80er Jahre und von zerplatzten Lebensträumen.
Regina Scheer, 1950 in Berlin geboren, studierte Theater- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität. Von 1972 bis 1976 arbeitete sie bei der Wochenzeitschrift «Forum». Danach war sie freie Autorin und Mitarbeiterin der Literaturzeitschrift «Temperamente». Nach 1990 wirkte sie an Ausstellungen, Filmen und Anthologien mit und veröffentlichte mehrere Bücher zur deutsch-jüdischen Geschichte, u.a. «Im Schatten der Sterne» (2004). Ihre ersten beiden Romane, «Machandel» (2014) und «Gott wohnt im Wedding» (2019), waren große Publikumserfolge. Ihr neuestes Buch, «Bittere Brunnen», wurde 2023 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.
Liane von Billerbeck ist Journalistin, Autorin, Hörfunk- und Fernsehmoderatorin. Sie studierte Journalistik in Leipzig. Beim ORB moderierte sie das Politmagazin „Klartext“ und war Kommentatorin für die ARD-„Tagesthemen“. Anschließend war sie als Redakteurin und Autorin für die „Die Zeit“ tätig. Von 2005-2023 war sie Moderatorin bei Deutschlandfunk Kultur. Seit 2014 moderiert von Billerbeck die jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe Weimarer Reden im Deutschen Nationaltheater Weimar.
Pressestimmen:
Die große Rekonstruktion: Regina Scheers Roman ‹Machandel› erzählt vom Krieg bis zur Wende und darüber hinaus. Sie fasst die deutsche Zeitgeschichte in ein faszinierendes Kaleidoskop.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Andreas Platthaus , 25.10.2014
‹Machandel› ist wohl vor allem ein Buch über geplatzte Träume und vergebliche Hoffnungen. Es ist ein sehr wahrhaftiges, ein wunderschönes Buch. NDR Info, Katja Eßbach , 04.11.2014
(…) Genau daraus bezieht Regina Scheers Roman über die deutsch-deutsche Vergangenheit seine Bannkraft. In Scheers märchenhafter Romanwelt von „Machandel“ entstehen aus umfangreichem historischem Material zwischen Mythos und Realität beseelte Lebensgeschichten. Deutschlandfunk „Büchermarkt“, Michaela Schmitz , 03.10.2014
Es braucht jemanden wie Regina Scheer, der ihren in historischen Zusammenhängen und individuellen Träumen verästelten Lebensgeschichten zuhört und sie mit dieser zurückhaltenden Emphase weitererzählt. Berliner Zeitung, Sabine Vogel , 23.08.2014
«Es gibt zwei Romane über Nachkriegsdeutschland, die man gelesen haben muss: Deutschstunde von Siegfried Lenz und Machandel von Regina Scheer. Sybil Gräfin Schönfeldt
In diesem Roman ist das Lebensgefühl einer Generation, sind die Konflikte der Menschen in der Zeit der DDR auf wahrhaftige Weise erzählt. Ich bin von Machandel fasziniert. Inge Heym
„Ein wunderbares Buch. Eine Historie unserer Zeit.“ Christoph Hein
OderBuch 2026 wird gefördert mit:

Mit freundlicher Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde Neulietzegöricke und in Kooperation mit Trasmitter Studio.


Die Lesereihe OderBuch ist eine Initiative des
Klubs der Kolonisten Neulietzegöricke e.V.
Idee und Konzept: Anke Becker
